Broschüre: Acht Sachen, die Erziehung stark machen

Was ist eigentlich Erziehung? Die Frage mag trivial klingen. Aber wer schon einmal mit Kindererziehung betraut war, weiß, dass es in bestimmten Phasen und Situationen kaum eine schwierigere Herausforderung gibt. Umso wichtiger ist es, den Beteiligten auch in Krisen und Konflikten den Rücken zu stärken.

Die Broschüre „Acht Sachen, die Erziehung stark machen“ ist ein wichtiger Beitrag dazu. Im Mittelpunkt stehen Definitionen wie „Erziehung ist Liebe schenken“, „Erziehung ist Streiten dürfen“ oder „Erziehung ist Gefühle zeigen“. Schon diese einfachen Sätze machen deutlich, dass Erziehung ein Spannungsfeld mit vielen, oft sogar widersprüchlich scheinenden Aspekten ist.

Auf der einen Seite braucht eine starke Erziehung Nähe und Geborgenheit und viel gemeinsame Zeit – auf der anderen Freiräume, die die Kinder alleine ausgestalten können, allerdings wiederum im Rahmen von klar definierten Grenzen und Spielregeln. Das wird nicht immer ohne Konflikte gehen, und das ist gut so. Man muss unterschiedlicher Meinung sein dürfen, Spannungen aushalten und nein sagen können. Aber: Man muss sich dabei zuhören und ebenso geduldig wie sensibel auf die Anliegen der anderen eingehen. Kinder dürfen Emotionen zeigen, und sie spüren genau, wenn sie ernst genommen werden – zum Beispiel, wenn sie echte Anerkennung erhalten und dadurch ermutigt werden, neue Schritte in ihrer Entwicklung zu wagen.

Die Broschüre geht auf all diese Punkte ein, ohne den Zeigefinger zu erheben. Schließlich brauchen nicht nur Kinder Verständnis und Ermutigung, sondern auch jene, die für ihre Erziehung verantwortlich sind. Deshalb steht auch ganz am Anfang der Appell, sich niemals zu genieren braucht, wenn man die Unterstützung anderer wahrnimmt, sei es im Freundes- oder Bekanntenkreis oder durch professionelle Helfer.

Slider Was ist Erziehung?


Zunächst einmal: Erziehung geht nicht nur Eltern, sondern alle an, denn sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Erziehung soll Kinder in vielerlei Hinsicht stark machen: um ihr Leben zu bestimmen, um Herausforderungen zu begegnen, um Beziehungen einzugehen, um Rückschläge zu verkraften, um andere Meinungen zu akzeptieren und vieles mehr. Zunächst bedeutet das, Kinder mit allem Lebensnotwendigen zu versorgen. Sie brauchen Nahrung und Kleidung, Ge- borgenheit und die Möglichkeit, die Welt zu erkunden. Zur Erziehung gehört aber auch die aktive Auseinandersetzung, um Mädchen und Jungen den Erwerb von Wissen und Können zu ermöglichen. Kinder müssen Erfahrungen machen dürfen und brauchen auf ihrem Lebensweg zuverlässige Begleiterinnen und Be- gleiter, um ihren Platz in unserer Gesellschaft einnehmen zu können.
Kinder haben in ihrem Umfeld viele Vorbilder: Eltern, PädagogInnen in Kindergarten, Schule, Hort oder Jugendtreff und andere Menschen, denen sie im Alltag begegnen, aber auch Figuren aus den Medien. Am wichtigsten sind die Erwachsenen, mit denen sie zusammenleben. Deren Verhalten ist darum von besonderer Bedeutung.
Eltern tragen die Hauptsorge für das Wohl ihrer Kinder. Erziehung bedeutet für sie daher Pflichten, aber auch Rechte zu haben. So wie Kinder ein Recht auf positive Lebensbedingungen haben, ist es das Recht der Erziehenden, von der Gemein- schaft unterstützt zu werden.

Slider Liebe schenken


liebeEinem Kind Liebe zu schenken bedeutet, es anzunehmen, wie es ist und ihm das auch zu zeigen. Kinder und Jugendliche brauchen dieses Gefühl der Geborgenheit, um Selbstvertrauen zu entwickeln und angstfrei ihre Stärken und Schwächen kennenzulernen. Doch manchmal fällt es Müttern oder Vätern schwer, ihre Liebe zu zeigen. Wie funktioniert das also mit dem Liebe schenken?

  • Die unmittelbarste Form, Zuneigung zu schenken, ist körperliche Nähe, Wärme und Berührung. Ob eine Umarmung, zärtliches Rückenkraulen, ein netter Blickkontakt, zartes Anstupsen oder Schulterklopfen: Jedes Kind weiß sofort, was das bedeutet.
  • Je älter die Kinder werden, umso wichtiger werden andere Formen der Zuwendung. Teenager – Jungen wie Mädchen – lassen sich manchmal gerne in den Arm nehmen, auch wenn sie sich mit der Zeit zum Küssen andere suchen.
  • Zeit zu haben, Interesse zu zeigen und zu trösten, beweist einem Kind, wie lieb es seine Eltern haben. Erzählen Sie Ihrem Nachwuchs, dass Sie ihn gern haben und dass Sie stolz auf ihn sind, unabhängig von besonderen Leistungen.
  • Liebe zu schenken bedeutet aber nicht, dass Erwachsene nicht auch einmal ihre Ruhe einfordern oder den Kindern etwas verbieten dürfen.

Slider Streiten dürfen


streitStreit gibt es in jeder Familie. Dabei darf es ruhig mal etwas lauter zugehen. Sich behaupten, „nein“ sagen, Spannungen aushalten, die Bedürfnisse anderer erkennen, überzeugen, nachgeben, Kompromisse finden und sich wieder vertragen: Beim Streiten üben Kinder wichtige soziale Fähigkeiten. Streiten will gelernt sein. Damit ein Konflikt wieder gelöst werden kann und nicht noch mehr Spannungen entstehen, sollten einige Regeln beachtet werden:

  • Kein Thema ist grundsätzlich verboten. Kinder dürfen auch negative Ge- fühle – wie Abneigung oder Wut – zeigen, ohne dafür bestraft zu werden.
  • Erwachsene sitzen bei einem Streit am längeren Hebel. Daher sollen sie Kinder nicht durch Worte oder Formen von Gewalt verletzen, sondern sie mit ihrem Anliegen ernst nehmen.
  • Solange man dem anderen nicht böse ist, dürfen auch nach einem Streit zwei Meinungen nebeneinander stehen. Dabei lernen Kinder und Erwachsene, Toleranz zu üben.
  • Kinder dürfen miteinander zanken, ohne dass gleich Erwachsene einschrei- ten. Wenn sie allerdings Schwächeren gegenüber unfair werden, sollten sie liebevoll, aber deutlich zur Rücksichtnahme aufgefordert werden.
  • Erwachsene sind wichtige Vorbilder. Wenn Kinder miterleben, wie ihre Eltern auf respektvolle Weise Auseinandersetzungen führen, lernen sie davon. Kinder leiden unter schwelenden Konflikten, gewalttätigen Auseinandersetzungen oder verletzenden Vorwürfen in der Familie. Je nach Alter der Kinder können ihnen Erwachsene auch erklären, um was es bei einem Streit geht, ohne sie auf eine Seite zu ziehen.
  • Genauso wichtig, wie streiten zu dürfen, ist es auch, sich wieder zu vertragen. Bei einem festgefahre nen Streit können Eltern ihren Kin dern mit Rat zur Seite stehen. Bei Auseinandersetzungen in der Familie sollte man sich vor dem Schlafengehen wieder versöhnen

Slider Zuhören können


zuhoerenZuhören heißt, jemandem Aufmerksamkeit schenken und auf seine An- liegen eingehen. Heranwachsende, die täglich neue Erfahrungen machen und sich in der Welt zurechtfinden müssen, brauchen das offene Ohr von Erwachsenen ganz besonders. In jeder Familie sollte es im Alltag regelmäßig Gelegenheiten für Gespräche geben, sei es eine Familienkonferenz oder Rituale wie das gemeinsame Abendessen oder das Zu- Bett-Bringen der Kinder. Zuhören kann schwierig sein.

  • Manchmal folgen am Satzende Informationen, mit denen man am Anfang gar nicht gerechnet hat. Daher: Andere ausreden lassen!
  • Vorschnelle Kommentare oder Ratschläge helfen nicht weiter. Kinder fühlen sich ernster genommen, wenn die Eltern mit ihnen gemeinsam Lösungen erarbeiten.
  • Um Missverständnisse gar nicht erst entstehen zu lassen, sollte man sich gegenseitig vergewissern, ob man sich verstanden hat.
  • Ein gutes Gespräch verträgt wenig Ablenkung. Also Fernseher abschalten und das Telefon ruhig klingeln lassen!
  • Wenn Kinder allzu ausführlich von ihren Erlebnissen berichten, dürfen sie in ihrem Redefluss auch gebremst werden. Kinder, die eher ruhig sind, sollten zum Reden ermutigt werden, vor allem dann, wenn sie schweigsamer sind als gewöhnlich.

Slider Grenzen setzen


grenzenGrenzen zu setzen und konsequent einzuhalten, ist für viele Eltern die wichtigste Aufgabe, aber auch die größte Herausforderung in der Erziehung. Kinder und Jugendliche sind geborene Meister, wenn es darum geht, die Geduld und Konsequenz der Eltern zu prüfen. Kinder brauchen Grenzen aus zweierlei Gründen: Zum einen zum Schutz vor Gefahren im und außer Haus. Zum anderen geben sinnvolle und übersichtliche Regelungen dem Kind Sicher heit. Manchmal fällt es Erwachsenen schwer, gegen den Willen von Kindern zu handeln. Doch für Eltern und Kinder ist es auf lange Sicht einfa cher, wenn sie wissen, wo ihre Grenzen sind.

  • Grenzen müssen klar festgelegt werden. Erwachsene sollten sich zunächst genau überlegen, warum sie eine bestimmte Regel aufstellen. Ältere Kinder verstehen ein Gebot oder Verbot besser, wenn Erwachsene ihnen die Gründe erklären.
  • Wer Grenzen festlegt, sollte selber auch danach leben. Das bedeutet nicht, dass Mama oder Papa nach dem „Sandmann“ mit den Kleinen zu Bett gehen müssen. Aber beim regelmäßigen Zähneputzen sind sie das beste Vorbild.
  • Grenzen zu setzen und dann nicht einzuhalten, macht keinen Sinn. Konsequenz zeigt Zuverlässigkeit und gibt Kindern das Gefühl, ernst genommen zu werden.
  • Überschreitet ein Kind festgelegte Grenzen, sollten Erwachsene eindeutig und einheitlich reagieren. Kinder wissen, woran sie sind, wenn die Regeln von Mutter, Vater und anderen an der Erziehung Beteiligten in wesentlichen Punkten ähnlich sind, auch wenn sie auf unterschiedliche Art und Weise erziehen. Manchmal genügt ein eindeutiges „Nein“ oder eine Ermahnung nicht. Sind konsequente Maßnahmen nötig, dann sollten sie in direktem Zusammenhang zur Situation stehen. Kinder begreifen „logische Strafen“ meist gut.
  • Auch Eltern müssen sich in der Erziehung an Grenzen halten. Tabu sind alle Formen der Gewalt. Dazu gehören nicht nur Schläge, sondern auch seelische Gewalt wie das Verweigern liebevoller Zuwendung.
  • Keine Regel ohne Ausnahme. Eine Regel aufzugeben, weil sie nicht sinnvoll war, oder sie an eine veränderte Situation anzupassen, bedeutet nicht das Ende der Erziehung. Kinder und Jugendliche verlieren nicht gleich den Re- spekt vor elterlichen Grenzen, wenn sie einmal länger aufbleiben dürfen.

Slider Freiraum geben


FreiraumKinder brauchen Räume, die sie alleine gestalten dürfen. Ab etwa einem Jahr gewinnen sie immer mehr Freiräume. Sie lernen, alleine zu essen, alleine auf die Toilette zu gehen, längere Zeit getrennt von den Eltern zu sein, mit eigenem Geld umzugehen und vieles mehr. Freiräume sind wichtig, um selbstständig und verantwortungsvoll das Leben zu meistern. Damit Eltern die Entscheidung zwischen Loslassen und Behüten nicht zu schwer fällt, sollten sie an Folgendes denken:

  • Freiräume müssen ausgetestet werden. Mädchen und Jungen, die in den Familienalltag einbezogen werden, lernen eine Menge für ihr späteres Leben. Wer immer mal Mama oder Papa über die Schulter schauen durfte, kann bald auch alleine einen Stadtplan lesen oder sein Fahrrad reparieren.
  • Kinder lernen schrittweise, mit Freiheiten umzugehen. Können Erstklässler besser ein wöchentlich ausbezahltes kleines Taschengeld handhaben, kommen Jugendliche gut mit einem eigenen Konto zurecht, auf das die Eltern monatlich das Taschengeld und möglicherweise sogar eine Pauschale für Schulsachen und Kleidung überweisen.
  • Hilfestellungen geben Kindern Sicherheit beim Austesten neuer Freiräume. Mit einem Handy oder einer Telefonkarte für alle Fälle ausgestattet, ist die erste Fahrt ganz alleine zur Freundin im anderen Stadtteil nicht ganz so bedrohlich für die Elfjährige – und weniger nervenzehrend für die Eltern.
  • In Geschmacksfragen sind sich die verschiedenen Generationen nicht immer einig. Wenn es um Hobbys, Frisurentrends oder Freunde geht, sollten Kinder grundsätzlich selber entscheiden dürfen – solange elterliche Re geln nicht überschritten werden. Toleranz hat dann ihre Grenzen, wenn es um das Wohl des Nachwuchses geht. Wenn Heranwachsende mit dem Rauchen anfangen, trägt das sicherlich nicht positiv zu ihrer Entwicklung bei.
  • In der Pubertät verlangen viele Jugendliche plötzlich große Freiräume, sogar die bislang Sanftmütigen werden zu Rebellen gegen elterliche Vorgaben. Damit sie nicht den Boden unter den Füßen verlieren, brauchen Mädchen und Jungen in dieser Zeit die Erfahrung, dass es keine Freiheit ohne Grenzen gibt. Andererseits sollten die Eltern ihnen dabei helfen, eigene Wege zu gehen und erwachsen zu werden.

Slider Gefühle zeigen


gefuehlLiebe und Freude, Trauer, Schmerz und Wut – Gefühle gehören zum Leben in der Familie dazu. Kinder äußern ihre Gefühle ganz unterschiedlich. Während die einen ihre Zuneigung durch Ankuscheln zeigen, malen andere vielleicht lieber ein Bild für einen geliebten Menschen. Für Kinder ist es in ihrer Entwicklung wichtig, Gefühle als solche zu erkennen und mit ihnen umzugehen. Dabei gilt:

  • Kinder dürfen Gefühle zeigen, positive wie negative. Und jedes Kind darf das auf seine Weise tun, ob laut oder leise. Die Zeiten, in denen Jungen nicht weinen und Mädchen nicht laut herumtoben durften, sind vorbei.
  • Manchmal finden Erwachsene die Gefühlsausbrüche von Kindern unangebracht. Die Kleinen dürfen dann ruhig um Selbstbeherrschung gebeten werden. Sie sollen aber wissen, dass nicht ihre Gefühle, sondern ihr Verhalten unangemessen ist.
  • Kinder wollen mit ihren Gefühlen ernst genommen werden. Bei kleineren oder größeren Katastrophen stehen sie nicht so über den Dingen wie manche Erwachsene. Darauf reagiert man am besten mit Gelassenheit.
  • Manche Mädchen und Jungen behalten lieber für sich, was sie bewegt. Sind sie besonders bedrückt oder still, sollten die Eltern die Ursache suchen. Auch eher zurückhaltenden Kindern tut es manchmal gut, ihr Herz auszuschütten.
  • Auch in der Gefühlswelt lernen die Kleinen von den Großen. Daher dürfen auch Eltern ihren Kindern gegenüber Gefühle zeigen und alters gerecht erklären. Vormachen lassen Kinder sich ohnehin nichts. Beängstigend ist es für Kinder hingegen, wenn sie spüren, dass etwas in der Luft liegt, und die Erwachsenen sie nicht einweihen. Eltern sind genauso wenig wie Kinder vor unangebrachten Zornesausbrüchen gefeit. Dann ist es wichtig, sich hinterher zu entschuldigen. Ein zugegebener Fehler ist keine Schwäche!

Slider Zeit haben


zeit habenSpielen, reden, lesen, die Welt entdecken – Kinder lernen bei gemeinsamen Aktivitäten in der Familie eine Menge für die Zukunft. Und gemeinsam verbrachte Zeit festigt die Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Viele Kinder und Jugendliche wünschen sich, dass ihre Eltern mehr Zeit mit ihnen verbringen. So kann es gelingen:

  • Zeit zu haben, ist nicht unbedingt mit teuren Aktivitäten verbunden. Ein Schwimmbadbesuch, ein Ausflug in den Tiergarten oder eine Radtour mit der ganzen Familie stehen bei Kindern besonders hoch im Kurs. Gemeinsame Hobbys bieten eine gute Gelegenheit, die Freizeit zusam- men zu verbringen.
  • Gerade im Alltag brauchen Kinder Zeit und Aufmerksamkeit. Dabei lässt sich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Gemeinsame Hausarbeit kann Spaß machen, wenn sie nicht als lästige Pflichtübung verkauft wird. Manche Familien schalten „Zeitfresser“, wie den Fernseher oder die Playstation, für eine Weile ganz aus. Die frei gewordenen Stunden lassen sich mit vielen guten Ideen füllen.
  • Eltern sollten ihren Kindern vor allem dann Zuwendung schenken, wenn sie sie brauchen – wenn die Hausaufgaben mal wieder besonders schwer sind oder das Fahrrad seinen Dienst versagt. Rituale wie die Gute-NachtGeschichte vor dem Einschlafen sind vielleicht etwas zeitaufwendig, aber für Kinder sehr wichtig.
  • Eltern, die wegen beruflicher Verpflichtungen weniger Zeit für die Familie haben, müssen kein schlechtes Gewissen haben. Entscheidend ist es, die verfügbaren Stunden gemeinsam und sinnvoll zu nutzen. Wenn die Zeit knapp ist, dürfen zwischendurch auch gerne die Großeltern, die Tante oder Freunde einspringen.

Slider Mut machen


mut machenFür alles Neue, das sie lernen, und für die Pflichten, die sie Schritt für Schritt übernehmen, brauchen Heranwachsende eine Menge Mut und Selbstver trauen. Dann lernen sie, Verantwortung zu tragen und sich durchzusetzen und lassen sich nicht so schnell von anderen verunsichern. Damit sie Mut und Selbstvertrauen entwickeln, brauchen Mädchen und Jungen zweierlei: Zufriedenheit mit dem, was sie geschafft haben, und Anerkennung ihrer Leistungen durch andere. Wie können Eltern ihre Kinder ermutigen?

  • Kinder wollen als Person geliebt werden und nicht nur für ihre Leistungen. Genauso schnell, wie sie sich ermutigen lassen, lassen sie sich auch verunsichern. Daher müssen Erwachsene achtsam mit ihnen umgehen.
  • Wer Mut fassen will, braucht Erfolgserlebnisse. Wenn Kinder etwas ausprobieren und dabei Fehler machen dürfen, nehmen sie auch Schrammen und andere kleine Unfälle in Kauf. Durch die Übernahme von kleinen Aufgaben und Verantwortung werden Kinder ermutigt.
  • Kinder brauchen Lob. Nicht immer verdient nur die Leistung Anerken- nung – manchmal alleine schon die Anstrengung, etwas zu erreichen. Lob sollte aber genau dosiert werden, sonst ist es nichts mehr wert, wenn es einen Erfolg zu würdigen gilt.
  • Kleine Hilfestellungen beugen unnötigem Kinderfrust vor. Schon beim Kauf können Sie beispielsweise Kleidung aus- wählen, die sich auch Kleine schon selber anziehen können.
  • Auch hier gilt: Erwachsene, die Kindern Fehler zugestehen, dürfen selber auch mal etwas

Slider Frankfurter Kinderumfrage 2012

 Wenn über Erziehung gesprochen wird, sollen nicht nur die zu Wort kommen, die erziehen, sondern immer auch jene, die „erzogen“ werden. Deshalb ließ das Frankfurter Kinderbüro im Sommer 2012 insgesamt 748 Kinder und Jugendliche von der zweiten bis zur achten Klasse zum Thema Erziehung schriftlich und anonym befragen. Das Ergebnis wurde 2013 als Magistratsbericht der Stadt veröffentlicht.

Die Befragten gaben für die Lebensbereiche, Familie, Schule und betreute Freizeit an wieviel positives Erziehungsverhalten sie erleben. Sie bewerteten das Erziehungsverhalten von Erwachsenen anhand von zwei Cartoons (anschreien und ohrfeigen eines Kindes). Weitere Fragen zielten auf die Bekanntheit von Hilfsangeboten und Beratungsstellen.
Download (Frankfurter Kinderumfrage 2012){/slider}

Slider Postkarten und Plakate


Erziehung ist … Grenzen setzen … Freiraum geben … Mut machen … – Ebenso einfache wie augenfällige Illustrationen setzen diese Definitionen in Bilder um und machen die Kampagne „Stark durch Erziehung“ bekannt. Gleichzeitig wird auf zwei Rufnummern verwiesen, unter der sowohl Erziehende als auch Kinder Rat und Hilfe bekommen: das Elterntelefon 0800 111 0 550 und das Frankfurter Kinder- und Jugendschutztelefon 0800 20 10 111.